KLM - Royal Dutch Airlines

100 Jahre KLM

Manfred Mittelgang
01.11.2019
3 Minuten

100 Jahre KLM – wenn das kein Grund zum Feiern ist! Die Zahl Hundertjähriger mag zwar generell im Wachsen begriffen sein, aber Fluggesellschaften mit hundertjähriger Geschichte? Da ist KLM konkurrenzlos. Am 7. Oktober 1919 gegründet, ist sie die älteste noch existierende Fluggesellschaft der Welt.

Aber wofür steht eigentlich KLM? Die KLM Royal Dutch Airlines heißt in ihrer niederländischen Muttersprache Koninklijke Luchtvaart Maatschappij – wie auch immer man dies korrekt ausspricht, die Bedeutung der drei berühmten Buchstaben wäre damit erklärt! Während sich der Firmensitz der KLM in Amstelveen befindet, ist der „Heimathafen“ der Airline Amsterdams Flughafen Schiphol.

Starten wir von Schiphol zu einem kurzen Rundflug über die lange Geschichte der KLM! Bitte anschnallen – take off!

Da unten, das Jahr 1918

Der Pilot und Geschäftsmann Albert Plesman steht gerade vor der eben gegründeten königlich-niederländischen Luftfahrtkommission. Der Erste Weltkrieg ist zu Ende und neue Möglichkeiten des Luftverkehrs werden gesucht. Eine Luftfahrtausstellung ist es, die Plesman vorschwebt und die 1918 auch verwirklicht wird. Wichtiger noch ist aber: Die Kommission will nun eine nationale Fluglinie ins Leben zu rufen!

Steigflug

Albert Plesman und der Flugzeugbauer Anthony Fokker gewinnen mit dem Kapital verschiedener niederländischer Geldgeber schnell an Höhe. Königin Wilhelmina der Niederlande verleiht der Airline das Prädikat „koninklijk“ (königlich). So darf es gern weitergehen!

Wir überfliegen das Jahr 1927

Aus dem Fenster sehen wir eine Linienmaschine auf dem Weg von Amsterdam nach Batavia: Als staatliche Fluglinie hat KLM nun die Aufgabe, den Flugverkehr zur Kolonie Niederländisch-Indien, dem heutigen Indonesien, zu bedienen.

Hoppla, was war das eben, 1934?

Ja, eine Turbulenz! KLM steigt auf Flugzeuge des amerikanischen Herstellers Douglas um und wählt die Fokker-Maschinen ab. Der KLM-Mitgründer ist not amused.

1939

Graue Kriegswolken verdunkeln den Himmel. Was ist das da am Horizont? Ein in grellem Orange lackiertes KLM-Flugzeug? Richtig: Die Flugzeuge der KLM aus den neutralen Niederlanden sollten in Kriegszeiten so besser erkannt werden.

Stabilisierung

Am 21. Mai 1946 fliegt KLM als erste Airline wieder von Europa nach New York.

Und Formationsflug

2004 tritt KLM der Luftfahrtallianz SkyTeam bei. Heute im Jahre 2019 verfügt die KLM über eine Flotte von 120 Flugzeugen.

Bevor wir nun wieder zur Landung in Schiphol ansetzen, vertreiben wir uns die Zeit noch mit Anekdotischem: Könige und Prinzen werden ja heute gern auch mal als Piloten aktiv. Aber wusstet ihr, dass der niederländische König Willem-Alexander regelmäßig als Copilot bei KLM im Cockpit sitzt?

Und: Hundertjährige haben oft weise Ideen: Zum Beispiel: Was tut man mit einem ausgemusterten Flugzeug? Einfach verschrotten? Nicht so bei KLM! Die Airline ließ eine McDonnell Douglas MD-11 zu einer Ferienwohnung umbauen! Das ist phantasievoll und – einmal muss das Wort ja fallen: nachhaltig. Ein Konzept, das – wie wir noch sehen werden – ganz ausgezeichnet zu KLM passt.

Achtung Landung

Wir haben wieder niederländischen Boden unter den Füßen – und noch immer nicht alles gesehen. Denn was ist denn dieses hellblaue Ufo, das weit draußen auf dem Flugfeld parkt? Es ist die Flying V – eine technisch hochinnovative Konstruktion, an der die Universität Delft und KLM gemeinsam arbeiten. Das Flugzeug besitzt nicht einen zentralen Rumpf, sondern derer zwei. Dieser Technologieträger mit V-förmiger Silhouette soll in der Zukunft fast emissionslos fliegen.

Fly Responsibly

Ganz in der Gegenwart und schon jetzt völlig real ist dagegen die KLM-Kampagne FLY RESPONSIBLY. Vor dem Hintergrund der Klimaschutzdebatte setzt KLM hier gleich mehrere gewichtige Akzente.

Zum einen will die Airline ihre Expertise in Nachhaltigkeitstechnologien mit ihren Mitbewerbern teilen. Zum anderen werden auch Fluggäste einbezogen, denen nahegelegt wird, etwa auf Kurzstreckenflüge zu verzichten und andere Mobilitätsoptionen zu wählen. Dieser Dreiklang KLM-Fluggast-Luftfahrtbranche ist klug orchestriert. Wenn KLM dabei als Vorreiter in Sachen luftfahrtbezogener Nachhaltigkeit ein wenig den Dirigentenstab hält, könnte dies eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten sein: Mutig und koninklijk – eben ganz KLM.

von Manfred Mittelgang

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