Akku im Flieger - Brandgefahr - Explosionsgefahr

Akku-Alarm! Wenn harmlose Akkus zu akuten Gefährdern mutieren

Esther Nestle
11.06.2019
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4 Minuten

Kaum jemand, der nicht mit Akku im Gepäck abhebt. Bye bye, alte Zeit, in der Kleider, Zahnbürste und Buch in den Koffer gestopft wurden. Heute sind wir smart unterwegs; mit größter Selbstverständlichkeit packen wir Handys, Laptops und Ladebatterien rein in unsere Taschen und rein in den Flieger. Ohne smart geht nichts, erst recht nicht unterwegs!

Brandgefahr 2.0

Smart und brandgefährlich?

Wenn`s dumm läuft, setzen sich die elektronischen Dinger in Brand, können sogar explodieren. Flugexperten und -behörden haben die Brandgefahr 2.0 schon länger auf dem Radar, aus gutem Grund:

LIAs mit hitzigem Charakter

Ausgeschrieben: Lithium-Ionen-Akkus. Denen geht bei unsachgemäßer Behandlung gern mal die Hutschnur hoch, sie überhitzen.

Doch wie kann es sein, dass Smartphones und Co „einfach so“ Feuer fangen und sogar explodieren? Nun, diese Lithium-Ionen-Akkus packen sehr viel Energie auf sehr kleinen Raum. Das heißt, diese Batterien weisen eine sehr hohe Energiedichte auf, deutlich höher als zum Beispiel auf Blei oder Nickel-Cadmium basierenden Batterien – eine Eigenschaft, die LIAs perfekt macht, um sie in Laptop und Co. einzusetzen.

Läuft alles normal, geben die Akkus ihre Energie ganz gesittet ab, die Elektronen fließen so, wie sie fließen sollen. Aber bekommt ein solcher Hochenergie-Akku zum Beispiel einen heftigen Schlag ab oder erfährt eine Quetschung oder sonst eine mechanische Schädigung, gerät LIA relativ schnell aus dem Gleichgewicht. Ströme fangen ungewollt und unkontrolliert an zu fließen. Der Akku überhitzt und gerät in Brand. Doch damit nicht genug. Weil Lithium-Feuer sich selbst aus Sauerstoff nährt, wächst es rasend schnell und gerät rasch außer Kontrolle.

Was tun, wenn der Akku brennt?

Auf keinen Fall versuchen, mit Wasser zu löschen!!!

Wasser löscht leider nicht, im Gegenteil, Wasser befeuert eine Explosion – Wassermoleküle spalten sich in Sauerstoff und Wasserstoff auf, mit der Folge einer Knallgasreaktion … PUFF … SEHR gefährlich. Das Feuer am besten mit Löschsand oder mit Löschdecke und Löschhandschuhen bekämpfen. Heutzutage ist das Flugpersonal für Akku-Brände entsprechend gewappnet und trainiert.

Was machen Sicherheitsexperten und Fluggesellschaften?

Die weltweit sehr einflussreiche Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) der Vereinten Nationen hat das Thema zwar weit oben auf der Agenda. Trotz aller hitzigen Diskussionen haben die Herrschaften noch nicht großartig viel beschlossen. Bis heute konnte sich das Gremium nicht dazu durchringen, sämtliche elektronischen Geräte im aufgegebenen Gepäck zu verbieten.

Der Punkt ist:

Überhitzte Laptops können in Passagierkabinen schon üble Folgen nach sich ziehen – aber zumindest werden sie in der Regel schnell entdeckt und das Feuer im Handumdrehen bekämpft. Die Auswirkungen im Frachtraum können allerdings noch dramatischer ausfallen. Von Sicherheitsexperten durchgeführte Tests zeigen, dass im Frachtraum installierte Löschanlagen den besonders gefährlichen Lithium-Feuern nicht in jedem Fall Herr werden.

Solange die Fluggesellschaften weiter auf verbindliche Handlungsanweisungen warten, handhabt jeder das Thema solange auf seine Weise. Zwei Beispiele: Auf USA-Inlandflügen sind Lithium-Ionen-Akkus im Frachtraum inzwischen verboten. Die Lufthansa erlaubt im aufgegebenen Gepäck Batteriekapazitäten von bis zu 100 und Powerpacks bis zu 160 Wattstunden. Alles andere wie Ersatzbatterien muss ins Handgepäck.

Worauf Passagiere achten sollten

Das Brandrisiko lässt sich verringern, indem wir

von Esther Nestle

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