Das nervt - Linda Luftikuss

Das nervt!

Linda Luftikuss
13.11.2018
4 Minuten

Liebe Reisende, die das hier lesen. In meinem Job gibt es viele tolle Momente. Aber es gibt auch Situationen, die nerven einfach grundsätzlich. Es passiert nicht jeden Tag, aber bei manchen Flügen treten alle folgende Situationen auf.

1. Ihr wisst nicht, was ihr trinken oder essen wollt?

Come on, so schwer ist es nicht. Wir machen eine Ansage, in der wir explizit auf unsere Karte hinweisen. Darin findest du alle an Board verfügbaren Getränke, Snacks und Sandwiches. Wenn ich also frage “Möchten Sie etwas bestellen?” Dann gibt es nichts Nervigeres als die Gegenfrage “Was haben Sie denn?” Und das am besten noch auf einem innerdeutschen Flug, auf dem ich zwanzig Minuten habe, um 150 Gäste zu versorgen.

2. Cola Zero mit Eis und Zitrone

Ich trinke gerne Cola Zero. Ich schenke sie nur nicht gerne im Flugzeug aus und schon gar nicht mit Eis und Zitrone. Das Zeug schäumt dermaßen auf den Eiswürfel und die Zitrone, in der Zeit könnte ich locker drei andere Kaltgetränke servieren. Bier schäumt übrigens genauso, wenn man die Dose aufmacht.

3. Hängt nicht in unserer Galley ab

Ja, ich verstehe, dass es anstrengend ist, länger zwischen zwei Menschen eingequetscht zu sitzen. Aber hey, die Galley, ist unser Tanzbereich. Auf diesen kleinen zwei Quadratmetern bereiten wir nicht nur die Servicegänge vor, wir essen hier auch selber oder versuchen, eine kleine Pause zu machen. Die meiste Zeit stehen wir auf den Beinen, die Galley ist unser winziger Rückzugsort, um ein bisschen Privatsphäre aufrecht zu halten. Und davon hat man an einem zehnstündigen Arbeitstag wirklich nicht viel. Wir können nicht kurz aus dem Büro gehen, um frische Luft zu schnappen. Wir können uns nicht eben auf der Toilette einschließen, die beste Freundin anrufen und uns über den Vorgesetzten beschweren. Wir müssen permanent ansprechbar sein. Wenn ihr uns also in der Galley seht, wie wir dort sitzen und vielleicht gerade in ein Körnerbrötchen beißen, ist es das Beste, uns einen guten Appetit zu wünschen und wieder an den eigenen Platz zu gehen.

4. Diskutiert nicht mit mir über den Platz im Gepäckfach

Dafür habe ich weder Zeit, noch Lust. Der Platz im Gepäckfach über eurem Sitz ist voll, aber ihr behauptet, “den Platz hier habe ich aber reserviert”? Guess what: Habt ihr nicht. Gebucht und bezahlt habt ihr einen Sitzplatz. Nicht den Platz im Gepäckfach über eurem Sitz. „First come, first serve“ sag ich hierzu nur und wenn es oben nicht mehr reingeht, kommt es unter den Vordersitz oder in den Frachtraum. Ende der Diskussion.

5. Diskutiert nicht mit mir über unser Servicekonzept

Ich habe es mir nicht ausgedacht. Wenn ihr also nicht den Tarif habt, der einen Snack inklusive Getränk beinhaltet, dann müsst ihr das Wasser, den Kaffee, das Bier oder die Gummibärchen eben kaufen. Findet ihr blöd? Dann bucht demnächst einen anderen Tarif oder sagt im Reisebüro früh genug Bescheid, dass es euch wichtig ist, dass ihr Essen im Flieger bekommt. Weder weiß ich, was ihr für euren Flug bezahlt habt, noch was ihr euch bei der Buchung gedacht habt. Anders als manche denken, mache ich nur meinen Job, wenn ich die Brötchen verteile und lasse niemanden absichtlich außen vor: “HE! SIE HABEN UNS VERGESSEN!!!” “Haben Sie sich umgesetzt?” “NEIN” “Dann haben Sie leider nicht den Tarif gebucht, der Essen beinhaltet.” “BEKOMMT NICHT JEDER WAS?!!?” “Nein, leider nicht.” “IST JA NE FRECHHEIT. WO KANN ICH MICH BESCHWEREN?” Bei mir jedenfalls nicht…

So liebe Fluggäste. Das musste mal raus. In der nächsten Episode geht es wieder heiter zu.

Always happy landings,
eure Linda Luftikuss

von Linda Luftikuss

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