Douglas DC-3

Die eintausend Leben der DC-3

Arnold Fischer
01.08.2018
3 Minuten

Eines der berühmtesten, mit Abstand erfolgreichsten und formschönsten Flugzeuge ist die Douglas DC-3. Zusammen mit Lizenzbauten sind mehr als 16.000 Stück davon produziert worden. Dies ist bislang die höchste Anzahl für ein Passagier- oder Transportflugzeug.

Ihren Erstflug hatte die DC-3 am 17. Dezember 1935 vom Flugplatz Santa Monica aus. Noch heute wird dieser Flugzeugtyp kommerziell eingesetzt. Die DC-3 zeichnete sich vor allem durch seine Sicherheit, Robustheit und hohe Wirtschaftlichkeit aus. Für die Montage eines Flugzeugs aus dem flugzeugtypischen Werkstoff Aluminium wurden rund 500.000 Nieten verwendet. Durch die fehlende Druckkabine und die nach heutigen Maßstäben geringe Reisegeschwindigkeit von etwa 200 km/h waren dem Flugzeug jedoch Grenzen gesetzt, was die Dienstgipfelhöhe und Reichweite betraf. Aber dies tat dem immensen Erfolg keinen Abbruch. Denn die Douglas DC-3 ist ausgesprochen wandlungsfähig.

Der Luxus hält Einzug

Sie wurde ursprünglich entwickelt, um den Passagieren zu ermöglichen, während des Fluges zu schlafen. Dieses System hieß zunächst DST (Douglas Sleeper Transport). Die Kabinen wurden mit allerlei Luxus ausgestattet. Tagsüber konnten die Passagiere ausgesprochen bequem sitzen, nachts wurde aus den Sitzlandschaften Betten, die für eine entspannte Durchquerung der USA zwischen der Ost- und Westküste sorgten. An Bord wurde frisch gekocht. Der Beruf der Stewardess war erstmals sehr begehrt.

Diese Art zu reisen war natürlich kostspielig. Zwei durchschnittliche Monatsgehälter kostete so ein Flug von Küste zu Küste Ende der 30er Jahre. Hollywood liebte diese exklusive Art zu reisen, dauerhaft waren jedoch Flüge mit größtmöglicher Passagierauslastung wirtschaftlicher. So verhalf die DC-3 als Carrier dem kommerziellen Fliegen als Transportmittel zum Durchbruch. Die Passagierkapazität betrug zuerst 28, später bis zu 35 Passagiere.

Die DC-3 und ihre Verwendung im und nach dem Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg kam die DC-3 als Transporter, Schleppflugzeug, Sanitätsflugzeug und Passagierflugzeug tausendfach zum Einsatz. So leistete das Modell einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg der Landung in der Normandie im Mai 1944, beim sogenannten D-Day. In der Nachkriegszeit begann ihre dritte Karriere als Frachtflieger. Während der Berliner Luftbrücke ging dieser Flugzeugtyp als „Rosinenbomber“ in die Geschichte ein. Vielen Berliner Nachkriegskindern sind sie als „Glücksbomber“ in Erinnerung, die Schokolade an Fallschirmen abwarfen.

Die zivile Luftfahrt konnte in den Nachkriegsjahren auf eine hohe Anzahl ausgemusterter DC-3 Typen und Ersatzteile aus Militärbestand zurückgreifen. Viele Betreiber kleinerer Fluggesellschaften oder Frachtbetriebe schätzten das robuste und bewährte Arbeitstier und setzten es über Jahrzehnte ein. Noch heute fliegt eine kleinere Anzahl von DC-3 in Südamerika, Afrika und Alaska im Alltagseinsatz oder als Spezialflugzeug, wenn es um möglichst niedrige Geschwindigkeit oder Landungen auf Schnee oder Eis geht.

Auch als Klassiker ist die DC-3 sehr beliebt. Sie wird restauriert, instandgesetzt und auf Klassikveranstaltungen eingesetzt. Kein Wunder, schließlich ist sie eines der schönsten Flugzeuge der Welt.

Welche Modelle und Innovationen derzeit in der Luftfahrt aktuell sind, kann im zweijährigen Turnus auf der führenden Luft- und Raumfahrtmesse, der ILA Berlin, bestaunt werden. Hier haben wir für euch ein paar Eindrücke der Messe im April 2018 zusammengestellt.

Titelbild © SFS

von Arnold Fischer

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