Passagierkabine der Zukunft

So könnte die Passagierkabine der Zukunft aussehen

Redaktion
06.07.2020
6 Minuten

Die Luftfahrt verändert und entwickelt sich stetig. Dabei sind es nicht nur die technischen Aspekte eines Flugzeuges, die optimiert werden, sondern auch das Erlebnis für Passagiere. Im hart umkämpften Markt der Fluggesellschaften sucht man zunehmend nach Möglichkeiten, das Erlebnis für den Passagier besonders zu gestalten. Denn nur so kann eine Bindung zwischen Airline und Passagier entstehen und er oder sie entscheidet sich auch in Zukunft für einen Flug mit einer speziellen Fluggesellschaft.

Der im ersten Moment offensichtlichste Faktor ist das Bordpersonal. Selbst ein Flug mit Verspätung und Turbulenzen kann zu einem angenehmen Flug werden, wenn die Flugbegleiter die Passagiere mit Freundlichkeit und Zuvorkommen versorgen. Jedoch wachsen von Jahr zu Jahr auch die Ansprüche an die Passagierkabine selbst. Nahezu jeder trägt ein Smartphone mit sich, ein komplettes Entertainment-Paket zum Mitnehmen. War es vor Jahren noch besonders und spannend, dass jeder Passagier – auch in der Economy Class – einen eigenen Monitor mit Entertainment-Programmen zur Verfügung hatte, so sind diese Konzepte heute eher veraltet und langweilig.

Deswegen stellen wir uns heute im WingMag die Frage, wie die Passagierkabine der Zukunft aussehen könnte. Hierbei soll es um die Kombination von zwei Produkten gehen, die wir bereits in der Vergangenheit einzeln vorgestellt haben: lite2fix von jetlite sowie Virtual Reality im Flieger von Inflight VR. Wie sich diese Produkte ergänzen könnten, um ein vollkommen neues Passagiererlebnis zu schaffen, möchten wir euch heute erklären.

Eine Flugreise in der Passagierkabine der Zukunft

Chris und Elena freuen sich schon lange auf ihren Urlaub. Doch dass sie bereits auf dem Flug das erste Highlight ihrer Reise erleben werden – damit hätten sie nicht gerechnet.

Boardingvorgänge werden optimiert

Schon beim Einsteigen in die Kabine sind sie sofort überrascht über das natürliche und angenehme Licht. Bisher waren sie an eine Beleuchtung wie bei ihrer Arbeit gewöhnt – eine sehr angenehme Änderung. Für beide folgt nun der in der Regel eher unangenehme erste Teil der Reise: sie müssen ihre Sitzplätze finden und ihnen graust es schon davor, sich wieder mit den vielen im Gang stehenden Mitreisenden auseinanderzusetzen. Aber diesmal soll es anders sein: auf der Suche nach dem reservierten Sitzplatz folgt nämlich die nächste Überraschung. In diesem Flugzeug finden Chris und Elena ihre reservierten Plätze direkt. Denn in der Kabinenwand sind Anzeigen verbaut, die sofort ins Auge fallen und besonders gut lesbar sind.

Selbst das sonst lästige Suchen nach freiem Stauraum für Elenas Handgepäck ist auf dieser Flugreise eine kurze Angelegenheit. Chris erkennt nämlich mit einem Blick auf die Anzeigen wo in der Nähe ihres Sitzplatzes noch Stauraum frei ist. Elena ist erleichtert, denn das ewige Gesuche mit Auf- und Zuklappen jedes Faches machte sie sonst fast jedes Mal wahnsinnig. Chris bemerkt auch, dass sie viel schneller als sonst auf ihren Plätzen sitzen und schaut sich in der Passagierkabine um. Anscheinend ist es nicht nur ihnen so ergangen, denn mittlerweile sitzen fast alle Passagiere abflugbereit auf ihren Plätzen. Elenas Blick in Richtung Anzeige bestätigt ihren Eindruck: das Boarding scheint abgeschlossen, denn die Reservierungsanzeigen sind verschwunden. Stattdessen sieht sie an deren Stelle jetzt, neben den üblichen Hinweisen zur Anschnallpflicht, Informationen zum Wetter und zur Flugzeit.

Neuartiges Entertainment dank Inflight VR

Inflight VR glasses
© Inflight VR

Das Flugzeug startet. Auf Reisehöhe wird es Zeit für ein wenig Entertainment. Jedoch wundern sich Elena und Chris, wo der gewohnte Bildschirm mit Fernbedienung ist. Als sie sich gerade überlegen, wie sie denn nun ihre Zeit verbringen sollen, teilen Flugbegleiter nun neue Virtual-Reality-Brillen aus, die sie bisher nur aus Elektrofachmärkten kannten. Nach einer kurzen Einweisung in deren Steuerung setzen sich beide ihre Brille auf und finden sich in einer leeren Passagierkabine wieder. Hier können sie sich nun aussuchen, ob sie einen Film sehen möchten oder vielleicht doch auf Tiefseetauchgang gehen wollen.

Chris entscheidet sich für eine Reise in die Tiefen des Meeres, Elena jedoch ist noch etwas skeptisch und schaut sich erst einmal lieber einen Film an. Nach kurzer Zeit vergessen beide fast gänzlich, dass sie sich eigentlich gerade in einem fliegenden Flugzeug befindet. Dann aber erhalten Elena und Chris zeitgleich eine dezente Information im Sichtfeld der Brille, die auf das bevorstehende Essen hinweist. Also legen sie ihre Brillen ab und pausieren ihr Erlebnis. Nichtsdestotrotz hinterlässt es – auch schon nach relativ kurzer Zeit – einen enormen Eindruck. Beide sind nach einem Blick auf das Display an der Wand jedoch wieder sicher, dass sie sich immer noch in einem Flugzeug auf Reisehöhe befinden. 

Fliegen wird zum modernen Erlebnis

Während dem Essen haben Elena und Chris nur ein Gesprächsthema: ihre Erlebnisse mit den Brillen. Bei ihren Flügen zuvor, war dies sonst immer die Zeit, in der sie den ersten Urlaubstag planten. Elena ist so beeindruckt von Chris‘ Erzählungen, dass sie nach dem Essen nun auch einen Tauchgang startet. Sie wollte schon immer einmal Tauchen gehen, konnte dies aber leider nie in Wirklichkeit, da sie ein Problem mit dem Druckausgleich unter Wasser hat. Chris hingegen wird neugierig auf das Film-Erlebnis, da Elena ihm versicherte, es würde sich fast wie im Kino anfühlen. Nach nur kurzer Zeit weiß er genau, was Elena damit meinte. Es ist für ihn ein besonders angenehmes Sehgefühl, denn das Bild ist weitaus größer, als auf den herkömmlichen, kleinen Bildschirmen.

Doch dann stoppt der Film, und auch Elenas Tauchausflug findet ein Ende. Beide befinden sich wieder in der leeren Passagierkabine und werden informiert, dass das Flugzeug bald landen wird. Also setzen sie die Brillen ab und geben sie an das Bordpersonal zurück. Zudem sehen sie an den Seiten, dass Anschnallpflicht herrscht.

lite2fix sorgt für entspanntes Deboarding

Als das Flugzeug gelandet ist, erwarten die beiden, dass, wie immer, Hektik in der Passagierkabine ausbricht: Passagiere schnallen sich los und fangen an, ihr Handgepäck zu suchen und sich in den Gang zu stellen. Sie hassen diesen üblichen Ablauf, denn sie wollen im Urlaub einfach entspannen und nicht direkt mit Stress starten. Doch ihre Sorgen sind bei diesem Flug unbegründet. Denn an den Seiten sehen sie nur in den ersten paar Sitzreihen ein grünes Licht, die restlichen Reihen sind rot beleuchtet. Zusätzlich wird angezeigt, in welche Richtung das Deboarding stattfinden wird. Elena vermutet schon, dass sich das grüne Licht wohl immer weiter nach hinten ausbreiten wird, und es stimmt. Reihe für Reihe werden die Seitenlichter grün und nach nicht allzu langer Zeit können sie auch entspannt und ohne Stehen im Mittelgang das Flugzeug verlassen.

lite2fix - SFS - jetlite - Installation - Roboter
lite2fix – Hilfe beim Deboarding ist nur eine der vielen Möglichkeiten der Individualisierung / Urheberrecht s.h. schroeder, Rechteinhaber SFS

Während sie am Gepäckband auf ihre Koffer warten, sind sich Elena und Chris einig: sie haben beide das Gefühl, dass alles heute schneller ging als sonst. Zudem hoffen sie, dass sie auch beim Rückflug wieder in den Genuss dieser neuen Technik kommen werden. Zumindest wollen sie in Zukunft bei allem Flugbuchungen schauen, ob es einen Flug mit dieser Ausstattung gibt.

lite2fix und Inflight VR -Innovationen made in Germany

Sowohl lite2fix, als auch das Angebot von Inflight VR sind Innovationen aus Deutschland. lite2fix ist ein von SFS und jetlite entwickeltes Produkt, das den Passagierkabinenbau revolutionieren soll. Das neuartige Panelsystem ist dabei jedoch nicht nur ein besonderes Bauteil für leichtere und schnellere Montage der Passagierkabine. Durch die eingebauten Lichtquellen steigt der Komfort an Bord. So ist es durch das Beleuchtungskonzept von jetlite möglich, den Jetlag der Passagiere zu reduzieren. Ein weiterer Faktor, der für mehr Komfort bei Reisenden sorgt, ist die Möglichkeit der Individualisierung. Denn die “unsichtbar” verbauten Displays lassen sich individuell nutzen, beispielsweise für Bordinformation, Informationen zu Sitzplatzreservierungen oder Deboarding-Hilfen wie dem Ampel-System in unserem Reiseerlebnis.

lite2fix - sfs - jetlite - passagierinformationen - passenger experience - Sitzplatz
lite2fix bietet Möglichkeiten für Passagierinformationen, wie beispielsweise Sitzplatzreservierungen / Urheberrecht s.h. schroeder, Rechteinhaber SFS

Diese Möglichkeiten bietet auch Inflight VR, wobei es sich dennoch um ein ganz anderes Produkt handelt. Inflight VR erschafft neue Erlebnisse an Bord, indem der Passagier eine Virtual-Reality-Brille aufsetzt und während des Fluges Entertainment auf einem ganz neuen Level genießen kann. Inflight VR ersetzt mit ihrem Produkt die bisher bekannten Bordentertainment Systeme. Es ist weiterhin möglich, wie gewohnt Filme zu schauen, mit dem Unterschied, dass man sie dank der besonderen Brille nicht nur auf einem kleinen Monitor, sondern als quasi-Kinoerlebnis sieht. Zudem ermöglicht Inflight VR durch die Entwicklung individuell angepasster Software, dass der Nutzer weiterhin über Vorgänge an Bord informiert wird. Bordinformationen lassen sich individuell schalten.

Aus den genannten Features von lite2fix und Inflight VR wird klar, dass es sich nicht um konkurrierende Produkte handelt. Vielmehr ergänzen sie sich und können dadurch die Passagierkabine der Zukunft schaffen. Sie ist keine Utopie, sondern jetzt schon realisierbar.

Neue Anreize für Passagiere

Aus unserem fiktiven Erlebnisbericht wird deutlich, dass Produkte wie lite2fix und die Virtual-Reality-Brille von Inflight VR neue Anreize für Passagiere schaffen. Neues Bordentertainment kann die Entscheidungen für die Buchung einer bestimmten Fluggesellschaft maßgeblich beeinflussen. Selbst die Ticketpreise müssten sich durch das Einbringen der neuen Technik nicht unbedingt erhöhen. Laut Inflight VR könnten die Kosten sogar sinken:

Inflight VR’s Plattform ist die mit Abstand eindrücklichste […] und zugleich kostengünstigste Passagiererfahrung auf dem Markt. Airlines müssen keinerlei Investitionen eingehen. Die operativen Kosten sind minimal im Vergleich zu anderen Produkten wie Bildschirmen oder Internet.

Inflight VR Marketingleiter Matthias Walter

Warum neue Kabinenkonzepte wichtig sind

Innovationen für die Passagierkabine gibt es viele. Einen guten Überblick schafft beispielsweise der jährlich stattfindende Crystal Cabin Award. Klar ist: die Bedürfnisse und Anforderungen der Passagiere steigen von Jahr zu Jahr. Man wünscht sich mehr Komfort, aber gleichzeitig auch Unterhaltungstechnologie, die neuesten Standards entspricht. Genau diese zwei Aspekte deckt eine Kombination aus lite2fix und Inflight VR ab.

Wir sind gespannt, ob unser Team vom WingMag in nicht allzu ferner Zukunft in unserer vorgestellten Passagierkabine der Zukunft fliegen kann. Selbst bei Vielfliegern, für die ein Flug nichts Besonderes mehr ist, könnten lite2fix und Inflight VR möglicherweise das besondere Gefühl wie bei der allerersten Flugreise erneut erwecken.

Titelbild © Man Wong

von Redaktion

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