Drohnen im Alltag

Einsatz von Drohnen im Alltag

Tim Takeoff
07.03.2018
4 Fotos
6 Minuten

Drohnen sind im Alltag angekommen. Unser alltägliches Leben ist heutzutage von vielen „modernen“ Hürden geprägt. Die Welt hat sich durch den Einfluss neuer Medien verändert und verlangt nach immer effizienteren Lösungen für solche Probleme.

Dass dies Fluch und Segen zugleich sein kann und darf, lässt sich schwer abstreiten. Eine ganz normale Entwicklung. Es gab einmal eine gute Idee, die von Menschen umgesetzt, getestet, weiterentwickelt und salonfähig gemacht wurde. Wir müssen uns zwangsweise an neue Dinge gewöhnen, sie für gut befinden oder letztendlich durch Mangel an Nutzbarkeit ablehnen.

Entwicklungen und technische Innovationen müssen sich natürlich jedes Mal aufs Neue den Skeptikern, Visionären, Behörden, Experten (und solchen, die sich für jene halten) sowie dem „Durchschnittsbürger“ stellen. Nichts ist in Stein gemeißelt, alles muss sich in einem langen Prozess aus Pro und Contra als nützlich erweisen, um für lange Zeit in der Gesellschaft Bestand zu haben.

Wer nicht mit der Zeit geht, der muss mit der Zeit gehen.

Carl Josef »Necko« Neckermann.

Drohnen sparen Ressourcen und können Leben retten

Die bemannte Fliegerei hilft uns bereits seit Jahrzehnten in allen Bereichen unseres Lebens. Doch die Gefahr für Leib und Leben, sowie die reine „Mindestgröße“ eines manntragenden Fluggeräts, schließt es in der Nutzung vieler Bereiche aufgrund von etlichen Gründen komplett aus: Warum muss in der Verkehrsüberwachung täglich ein sündhaft teurer Helikopter eingesetzt werden, um neu entstandene Staus zu vermessen und zu publizieren? Polizisten und Rettungskräfte begeben sich selbst in große Gefahr, um viele Einsätze zu planen und umzusetzen. Wir fahren zum Teil schweres Gerät auf, um beispielsweise unsere Grenzen nach innen und außen zu sichern. Am Ende kommen die Mittel hierfür durch unser Steuersystem vom Bürger selbst.

Wie bei vielen technischen Errungenschaften, hat sich das Militär diesem Problem bereits seit vielen Jahren gestellt. Die daraus entstandenen, unbemannten Flugobjekte, uns allen eher bekannt als „fliegende Drohnen“, finden mehr und mehr ihren Weg in unseren Alltag hinein. Es ist daher sinnvoll, uns zumindest für dieses Thema zu öffnen und eine grobe Meinung zu bilden. Es tut immer gut, bereits entstandenes Schubladendenken über Bord zu werfen …

Die zivilen Verwandten des Militärs, wie Behörden, Polizei, Grenzschutz und Feuerwehr arbeiten bereits mit derartigen Fluggeräten. Sie sind klein, effektiv und kostengünstig im Betrieb. Ausgerüstet mit einsatzspezifischer Sensorik, lassen sich etliche Gebiete abdecken.

Schnelle und einfache Lieferung mit fliegenden Helfern

Doch nicht nur aus Überwachungsgründen machen die Geräte Sinn. Auch die Bürger selbst können bei vernünftigem Einsatz einige Vorzüge aus dieser Innovation ziehen. In allen Ketten der Belieferung könnten Drohnen die Transportzeiten erheblich verkürzen. Auch wenn die Ware letztendlich aus Sicherheitsgründen auf konventionellem Wege den Kunden erreicht, so kann es doch sein, dass kurzfristige Lieferungen bereits vom Zulieferer per Luftweg in die Regale oder zum Paketzentrum gelangen. Einige große Dienstleister, wie beispielsweise Amazon, fahren bereits seit längerem die verschiedensten Testprogramme mit Drohnen.

Auch schwerer erreichbare Regionen könnten besser an unsere Handelsnetze angebunden werden. Wir reden hier noch nicht einmal von der einsamen Berghütte, sondern vom normalen ländlichen Raum oder von Entwicklungsländern, wo ein normaler Transport auf dem Landweg mit erheblichen Umständen verbunden ist. Wenn solche Dienstleistungstransporte aus unseren verstopften Städten herausgefiltert werden könnten, würden wir eine enorme Entlastung erfahren.

Abgesehen von der Beförderung materieller Dinge, gibt es außerdem die Versorgung anderer Engpässe. So ist Facebook daran interessiert, ein Art eigenes WiFi-Netz in wenig erschlossenen Gegenden anzubieten. Hierfür sind solarbetriebene Drohnen in der Planung, die bis zu fünf Jahre mit Speicherbatterien als Selbstversorger in der Luft verbringen können, um Netzwerke aufrecht zu erhalten. Es sollen weltweit mehr als fünf Milliarden Menschen online gebracht werden.

Von Drohnen im Alltag und Multikoptern

In Dubai hat man sich entschieden, einem Start-Up zu erlauben, in Zukunft Personentransporte mit einem führerlosen, mehrfach redundanten, sogenannten „Multikopter“ durchzuführen. Flüge von A nach B, ohne Einschränkungen, autonom, elektrisch, unabhängig und schnell. Die Grundsteine sind gelegt.

Auf diese Art und Weise könnten sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht Transportwege deutlich optimiert werden. Personal, Emissionen, Zeit, Abhängigkeiten und nicht zuletzt die allgemeine Verkehrsbelastung unserer Straßen würden deutlich reduziert.

Drohnen im Alltag moderner Messtechniken

Bereits heute werden Drohnen im Bereich der Messtechnik eingesetzt. Einen Tagebau möglichst sinnvoll abtragen, Volumen berechnen, Gletscherschmelzen vorhersagen. Ein neues Bauwerk planen, umsetzen und auch im komplexesten Winkel kontrollieren. Alles keine Zukunftsmusik mehr!

Es muss sich noch viel bewegen

Die Entwicklung der Drohnen im privaten wie auch industriellen Bereich, kann sich bei genauer Betrachtung sogar nahtlos in unser Bestreben der Elektromobilität eingliedern. Wie bei jedem anderen Verkehrsmittel müssen dafür jedoch Hürden auf vielen Ebenen genommen werden. Abgesehen davon, dass sich Behörden komplett neu darauf einstellen müssen, gilt es ebenso, völlig neue Verkehrskonzepte und Netzwerke zu schaffen, um eine alltagsfähige Lösung herbeizuführen.

Die Sorge, am Wochenende von einem Schwarm elektrischer Fluggeräte beim Grillen auf Nachbars Terrasse gestört zu werden, ist dabei natürlich nicht von der Hand zu weisen. Ebenso wenig würde es sicher niemanden erfreuen, beim Abwasch von einer vorbeifliegenden Werbetafel auf das aktuelle Fernsehprogramm hingewiesen zu werden oder wenn das bestellte neue Smartphone von einem „Drohnenpiraten“ abgefangen wird.

Die Gefahren des Missbrauchs von Drohnen

Die Gefahr des Missbrauchs gilt es also auf clevere Art zu vermeiden, um unserem modernen Sicherheits- und Datenschutzdenken gerecht zu werden.

Eine ganz aktuelle Entwicklung in diesem Bereich stellt die neue Drohnenverordnung dar, aufgesetzt durch unser deutsches Verkehrsministerium. Private wie auch gewerblich genutzte Drohnen werden in Gewichtsklassen und Einsatzgebiete unterteilt. Piloten der Fluggeräte benötigen ab einer gewissen Grenze einen Kenntnisnachweis. Der Einsatz über fremdem Gelände, abseits von ausgewiesenen Modellflugplätzen benötigt die Zustimmung der Eigentümer. Drohnenaufstiege in der Nähe kritischer Bereiche wie Flughäfen, Verkehrswegen wie Straße und Schiene, sowie Städten, Menschenansammlungen und vieler anderer Gefahrenherde, ist bereits heute klar reguliert. Ein Konflikt mit bestehendem Luftverkehr muss vermieden oder geregelt werden. Besitzer von Drohnen sind dazu verpflichtet, ihr Gerät mit einer feuerfesten Markierung zu versehen, die bei technischem Versagen sofort den Halter ausfindig machen lässt. Um den gewerblichen Einsatz, und sei es nur für anstehende Hochzeitsfotos, zu ermöglichen, muss man entsprechende Genehmigungen beantragen.

Der Weg und die Möglichkeiten von Drohnen scheinen unendlich vielfältig zu sein. Kriminalität kann man natürlich nie ausschließen. Die Flexibilität aber komplett einzuschränken, würde die Entwicklung in einem hohen Maße einbrechen lassen. Vermutlich wird der goldene Mittelweg wie immer ein guter Ansatz sein, um dieser modernen Form von Helfern im Alltag eine Chance zu geben.

Welchen Nutzen bringt die alltägliche Nutzung von Drohnen für unsere Zukunft?

Wer weiß, vielleicht finden wir uns irgendwann nicht nur selbst in einem autonom fahrenden Auto wieder, sondern lassen diverse Besorgungen ohne unser Zutun erledigen. Ob das nun zu Land, in der Luft oder sogar auf dem Wasser stattfindet, wird dem Endverbraucher letztendlich egal sein. Mit der Umsetzbarkeit werden wir uns jedenfalls beschäftigen müssen.

Am Ende liegt die Entscheidung wie immer bei den Menschen, sich von unbemannten Maschinen bei alltäglichen Hürden helfen zu lassen oder weiter auf vorhandenen Pfaden zu wandern. Ob das nun die vollautomatische Küchenmaschine oder die Lebensmitteldrohne des nächsten Supermarktes ist, wird sich im Laufe der Zeit ganz sicher zeigen.

Auf WingMag halten wir euch über Neuerungen im Bereich Drohnen, neue Drohnenmodelle, und Volocopter auf dem Laufenden.

Bilder Unsplash – dose-media, Sorry imKirk, Mariusz Prusaczyk, Anthony Intraversato, João Rocha (rechts)

von Tim Takeoff

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