Fliegen mit Hund - Katze - Maus - Fliegen mit Tieren

Fliegen mit Tieren – Hund, Katze, …

Martina Roters
20.07.2020
8 Minuten

… Hase oder Kaninchen. Das sind die Tiere, die bei der Lufthansa mitreisen dürfen. Andere Fluggesellschaften erwähnen nur Hund und Katze, wieder andere listen keine Tierarten auf, manche betonen, dass keine Frettchen oder Marder mitdürfen. Das Fliegen mit Tieren bedeutet viel Aufwand, schon allein bei der Recherche. WingMag hat euch daher wichtige Informationen zusammengefasst.

Beim Fliegen mit Tieren sollte rechtzeitig geplant werden

Auch wenn wir hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt haben, gilt: Der Teufel steckt im Detail, also solltest du dich immer direkt bei der jeweiligen Fluggesellschaft über die genauen Bestimmungen zum Fliegen mit Tieren informieren. Und zwar sehr zeitig.

Am besten, sobald der Plan für eine Flugreise mit Haustier überhaupt aufkommt: Denn Tierarztbesuche, das Besorgen nötiger Dokumente, die Anschaffung nötiger Utensilien – all das kann je nach Flugziel Monate dauern.

Auch das liebe Geld ist ein Faktor. Denn mit dem Preis für ein Tierticket ist es nicht getan. Dein Liebling darf im Flugzeug nämlich nicht auf deinem Schoß oder gar auf einem freien Sitzplatz reisen, sondern braucht möglicherweise eine IATA-Transportbox oder zumindest eine konforme Tier-Reisetasche (und die dazugehörige Eingewöhnungszeit).

Es sei denn, es handelt sich um einen Assistenzhund, aber auch da gibt es einiges zu beachten.

Aus Tierschutzgründen gibt es mittlerweile Sonderbestimmungen für stumpfnasige Tiere (andere Bezeichnungen: kurzschnäuzig, mit platter Nase, kurzköpfig, kurzschädlig, mit brachycephalem Syndrom), die nur unter bestimmten Bedingungen oder gar nicht mehr befördert werden. Prominente Beispiele sind Mops, Boxer, Bulldogge, Burma- und Perserkatze.

Sollte mein Hund/meine Katze mich überhaupt beim Fliegen begleiten?

Im Interesse deines Tieres gehen wir jetzt erst noch mal einen Schritt zurück. Eine Flugreise ist immer ein suboptimaler Kompromiss: Dein Tier hat jede Menge Stress … Unbekannte Umgebung, Box an Box mit fremden Tieren, Druckunterschiede, der für die empfindlichen Ohren erhebliche Lärm und vor allem die eingeschränkte Bewegung über längere Zeit. Gerade bei Hunden kommt noch die Trennung von seinem Lieblingsmenschen dazu.

Laut der Tierschutzorganisation PETA sterben jährlich 5.000 Tiere auf kommerziellen Flügen: an Überhitzung, Unterkühlung, Sauerstoffmangel oder Stress. Also sollte man sich diese Entscheidung gut überlegen und auch Alternativen in Erwägung ziehen: Kann ich mein Tier wirklich nicht während meiner Abwesenheit zu einer anderen Person in Pflege geben oder bei mir zu Hause betreuen lassen? Wie sieht es mit einer (guten) Tierpension aus?

Reisebestimmungen für Haustiere

Wenn die Entscheidung für das Fliegen mit dem Tier gefallen ist, muss man sich mit einer Unzahl von Bestimmungen vertraut machen. Gerade auf dem Weg ins Ausland muss man auf die Einreisebestimmungen fremder Länder achtgeben. Der Tierarzt kann euch zu den Tierschutzbestimmungen beraten und euer Tier mit einem Heimtierpass sowie den notwendigen Impfungen versorgen. Mehr zu den Einreisebestimmungen bei Einreise mit Auto, Bahn oder Flugzeug findet ihr bei Pets on Tour.

Hier ein kurzes Video zum Thema Fliegen mit Tieren:

Jede Fluggesellschaft hat ihre eigenen Regeln für das Fliegen mit Tieren

WingMag hat die Bedingungen für die Mitnahme deines Haustiers für einige ausgewählte Airlines recherchiert.

British Airways

BA befördert überhaupt keine Tiere und verweist auf entsprechende Cargo-Unternehmen: Pet Air UK (Transport aus UK) und IAG Cargo (Transport nach UK).

Ausnahme: Assistenzhunde

Ein Assistenzhund muss:

Air France/KLM

Hier dürfen unter bestimmten Bedingungen 3 Tiere mitreisen. Keine Kampfhunde!

Mitnahme in der Kabine

Kosten: zwischen 40 und und 125 EUR (je nach Strecke).

Mitnahme im Frachtraum (nie an Bord von Flugzeugen des Typs Boeing 787-9 und 787-10)

Es muss ein Formular ausgefüllt werden, auf dem auch die genauen Anforderungen an die Transportbox zu finden sind.

Kosten: zwischen 80 und 200 EUR (je nach Strecke), bei Transfers noch eine zusätzliche Betreuungsgebühr von 150 EUR.

fliegen mit tieren - fliegen mit hund

Condor

Je 1 Hund oder 1 Katze sind erlaubt, aber grundsätzlich keine Kampfhunde und keine stumpfnasigen Hunde und Katzen!

Keine Mitnahme von Tieren von und zu folgenden Zielen: Ägypten, Barbados, Dubai, Jamaika, Kapstadt, Malediven, Mombasa, Sharjah, Nairobi, Tobago, Las Vegas (Mai bis September), Phoenix.

Mitnahme in der Kabine

Kosten: Zwischen 60 und 100 EUR.

Mitnahme im Frachtraum

Nur bei Condor-Nonstop-Verbindungen.

Kosten: Zwischen 80 und 260 EUR, je nach Flugroute.

easyJet

Tiere dürfen nicht mitfliegen!

Ausnahme: Assistenzhunde. Sie sind grundsätzlich erlaubt, allerdings nicht für die Länder Ägypten, Israel, Kosovo, Montenegro, Marokko und Türkei.

Es gibt allerdings eine Bestimmung, die häufig zu Problemen führt: Die Organisation, die den Hund ausgebildet hat, muss Mitglied bei: International Guide Dog Federation oder Assistance Dogs International (ADI) sein. Für Großbritannien und Nordirland muss zusätzlich das dortige, sehr strenge Heimtierpass-System erfüllt sein.

Der Hund muss zur Kennzeichnung eine spezielle Jacke oder ein Geschirr tragen.

Eurowings

Mitnahme in der Kabine

Nur Kurz- und Mittelstrecke:

Höchstmaße 55 cm x 40 cm x 23 cm (Tier muss aufrecht stehen können, sich drehen und legen können).

Keine Beförderung von Kampfhunden und keine Beförderung nach Großbritannien und Irland, besondere Bestimmungen bei Rückreisen aus Israel.

Assistenzhunde: Dein Hund reist kostenlos, aber der „Assistenzhund-Platz“ darf noch nicht vergeben sein. Besondere Bestimmungen für Großbritannien sind zu beachten.

Kosten: circa 65 EUR.

Es gibt keine Mitnahme von Tieren im Frachtraum.

Iberia

Mitnahme in der Kabine

Iberia macht das Fliegen mit Tieren in der Kabine möglich: Hunde, Katzen, Fische, Schildkröten und Vögel (keine Greifvögel!), aber keine stumpfnasigen Tiere, keine Kampfhunde und auch keine marderartigen Tiere wie Frettchen.

Assistenzhunde dürfen nach Genehmigung mitfliegen, von und nach USA auch Therapiehunde.

Kosten: zwischen 35 und 150 EUR.

Mitnahme im Frachtraum

Kosten: Zwischen 120 und 300 EUR.

Lufthansa (Lufthansa, Austrian Airlines)

Bis zu 2 erwachsene Tiere: für Jungtiere gibt es Sonderbestimmungen.

Mitnahme in der Kabine

Die Tiere sind in einem „Weichschalenbehälter“ unterzubringen; das Gesamtgewicht von Tier mit Tasche muss unter 8 kg liegen und die Größe darf 55 cm 40 cm x 23 cm nicht überschreiten (Summe aller Maße: 118 cm).

Stumpfnasige Tiere dürfen nur in der Kabine mitreisen.
Kampfhunde dürfen nicht mit in die Kabine, sondern müssen in den Frachtraum (Ausnahme: junge Hunde, die noch keine 6 Monate alt sind).

Für Assistenzhunde gibt es eine extra Checkliste. Darauf sind unter anderen diesem Punkte zu finden:

Hier gibt es eine Checkliste für die Mitnahme von Tieren in der Kabine.

Kosten: Zwischen 50 und 110 EUR (je nach Flugstrecke).

Mitnahme im Frachtraum (als Übergepäck)

Alle Tiere, die mehr als 8 kg wiegen (gewogen einschließlich Transportbehälter), dürfen nicht mit in die Kabine. Bei Anschlussverbindungen über München kein Tiertransport im Frachtraum!

Die Tiere müssen ein Mindestalter haben und auch die Transportbehälter müssen IATA-Zulassung haben und ganz bestimmte Bestimmungen erfüllen, z. B. muss die Transportbox mit Schrauben gesichert werden, Plastikverriegelungen reichen nicht aus!

Hier geht es zur Checkliste für die Beförderung als Übergepäck im Frachtraum.

Kosten: Zwischen 80 und 380 EUR (abhängig von Größe der Box und der Flugstrecke).

Wie schon gesagt: Die Rede ist hier von Hunden, Katzen, Hasen und Kaninchen. Alle anderen Tiere müssen als Fracht versendet werden, d. h. sie reisen nicht mit deinem Flugzeug mit.

Ryanair

Ryanair befördert keine Tiere.

Ausnahme: Assistenzhunde (nicht zu verwechseln mit Therapiehunden), aber nur innerhalb der EU und des EWR, aber nicht nach/aus Marokko und Israel. Der Hund muss Mitglied sein bei: International Guide Dog Federation, Assistance Dogs UK oder Assistance Dogs International (ADI).

Erforderlich sind ein EU-Haustierausweis und ein Gesundheitszeugnis.
Der Hund muss zur Kennzeichnung eine spezielle Jacke oder Leine tragen. Pro Flug gibt es nur 4 Plätze für Assistenzhunde.

Für das Fliegen mit Tieren ist die Wahl der richtigen Transportbox sehr wichtig

Die Wahl der richtigen Transportbox ist gar nicht so leicht wie man denkt. Sie muss nicht nur einfach ein IATA-Siegel tragen. Sie muss auch die richtige Größe haben: Die Ohren des stehenden Hundes sollten nicht die Decke der Box berühren. Er soll sich bequem umdrehen und liegen können. Zu groß ist aber auch nicht gut, denn das kostet nur unnötig Geld und dein Tier fühlt sich in einer „zu großen Höhle“ auch nicht wohl.

Wasser- und Fressnapf der Box müssen fest installiert und von außen befüllbar sein. Die Box sollte aus praktischen Gründen rollen können, aber die Rollen müssen versenkbar oder abnehmbar sein. Die Anschaffung ist nicht billig, aber man kann die Box auch als Rückzugsort für zu Hause verwenden. Wenn möglich, sollte man sie nicht für Transporte zum Tierarzt nutzen, damit der Hund keine negativen Vorahnungen bekommt, wenn er allein im Frachtraum sitzt und seinen Lieblingsmenschen vermisst.

Spezialtipp: So gewöhnst du deinen Hund erfolgreich an die Tiertransportbox

Die Eingewöhnung braucht Zeit, Zeit und noch mal Zeit! Plane drei Runden ein:

Runde 1 – Ohne jegliches Zureden oder Streicheln den Hund beim ersten Mal in der unteren Halbschale der Transportbox anfüttern, dann aber wieder wegschicken! Dadurch wird der Ort für ihn besonders interessant.

Runde 2 – Dasselbe, aber mit der aufgesetzten Oberschale – aber noch ohne Tür. Bloß nicht nachhelfen!

Runde 3 – Wenn der Hund ganz in die Box geht, dann mal kurz die Tür schließen, durch die Tür füttern und sofort wieder rauslassen.

Wenn er sich so wohl fühlt, dass er auch so schon mal in die Box geht und schläft, dann könnt ihr gemeinsam abheben.

WingMag wünscht gute Reise!

von Martina Roters

Related Posts