65 Jahre HELICOIL von Böllhoff - Screwlock

HELICOIL von Böllhoff – ein Gewindeeinsatz wird 65, gehört aber noch lange nicht zum „alten Eisen“- ganz im Gegenteil!

Martina Roters
26.07.2019
2 Fotos
4 Minuten

HELICOIL – der Name sagt einigen von euch noch nichts? Dann seid ihr vermutlich weder im Flugzeugbau tätig, noch „Hobbyschrauber“.

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Vielleicht macht es euch neugierig, dass in einem Airbus A380 bis zu 12.000 HELICOILs verbaut sind. Daher ist es ganz sicher wert, dieses kleine Bauteil mal näher zu beleuchten, das in allen möglichen Flugzeugteilen vorkommt, von den Triebwerken bis zur Innenverkleidung.  

360° Verbindungstechnik

Ein HELICOIL ist ein Gewindeeinsatz, eine hochfeste Drahtspirale mit diamantförmigem Querschnitt, die ein Aufnahmegewinde verstärkt und eine verschleißfestere und korrosionsbeständigere Verbindung als eine Einzelschraubverbindung erzeugt.

Alles klar?

Okay, vielleicht doch besser ein Video:

Das Familienunternehmen Böllhoff ist seit 1953 Lizenznehmer und startete 1954 mit der Produktion. Heute ist die Produktmarke Marktführer für Gewindeeinsätze in den USA, Lateinamerika und Europa. Sie kommen in der Automobilindustrie zur Anwendung und aus der Luft- und Raumfahrttechnik sind sie nicht mehr wegzudenken.

Begonnen hatte alles mit den aus Grauguss gefertigten Sternmotoren für Flugzeuge. Diese hatten einen hohen Verschleiß bei der Verschraubung. So kam die Idee einer „Gewindepanzerung“ auf, die 1938 als HELICOIL patentiert wurde.

Im Kern unverändert geblieben ist die Funktionalität dieser Verbindungstechnik. Damals wie heute sorgt der Gewindeeinsatz für hochbelastbare Verbindungen in Werkstoffen geringer Scherfestigkeit.

In 65 Jahren hat sich viel getan: Böllhoff entwickelte diverse Varianten: So sorgen HELICOIL Screwlocks mit ihrer Schraubenverliersicherung beispielsweise in den Sitzrahmen und in den Triebwerken für hochbelastbare, sichere Verbindungen. Der Trick? Eine oder mehrere polygon geformte Windungen wirken klemmend auf die Flanken der eingedrehten Schraube.

HELICOIL Hightech

Immense Kosten werden gespart, wenn ein wichtiges Bauteil, dessen Gewinde verschlissen ist, dank HELICOIL gerettet werden kann. Das alte Gewinde wird ausgebohrt und ein neues Gewinde geschnitten. Dann wird ein HELICOIL-Gewindeeinsatz eingebracht und das Bauteil kann wiederverwendet werden.

Böllhoff Verbindungstechnik erfüllt die hohen Ansprüche der Luft- und Raumfahrtindustrie: dauerhafte Verschleißfestigkeit, hohe Oberflächengüte, Korrosions- und Hochtemperaturbeständigkeit. Es gibt HELICOILs in verschiedenen Edelstahlqualitäten, Bronze und verschiedenen weiteren Materialien. Auch diverse Beschichtungen sind möglich. 

Innovationstreiber

Eines der Zauberworte derzeitig im Flugzeugbau heißt Energieeffizienz: Immer weniger Flugbenzin – immer weniger CO2-Ausstoß. Und das geht nur in Leichtbauweise. Gerade bei Aluminium, Magnesium oder auch in faserverstärkten Kunststoffen wie Kohlefaser-Verbundwerkstoffen sorgen HELICOILs in engen Toleranzen für ein hohes Maß an Sicherheit, zum Beispiel im Cabininterior oder im Airframe.

Ein weiteres Zauberwort ist Kosteneffizienz in der Fertigung. Die Böllhoff-Gruppe (mit 45 Gesellschaften an 39 Standorten in 24 Ländern) entwickelt nicht nur die HELICOIL-Produktfamilie selbst stetig weiter. Der Classic HELICOIL Nachfolger, der HELICOIL Plus Free Running, lässt sich viel leichter einbauen als sein Vorgänger.

Beim schon erwähnten HELICOIL Screwlock wurde erstmals am Markt ein Gewindeeinsatz mit integrierter Schraubenklemmung gegen selbsttätiges Losdrehen präsentiert. Da eine zusätzliche Sicherung der Verbindung durch Splinte nicht mehr notwendig ist, sinken die Ein- und Ausbauzeiten und somit die Kosten.

Mittlerweile gibt es auch schon den HELICOIL Tangfree, bei dem der Vorgang des Zapfen-Abbrechens überflüssig geworden ist. Auch das spart Zeit.

Diverse Montagesysteme eröffnen Rationalisierungspotenziale für die Serienfertigung, denn die Palette der Böllhoff-Einbauwerkzeuge reicht vom Handgerät bis hin zur Automation.

PS: Auch ganz einfache Dinge tragen zur zusätzlichen Sicherheit bei. Damit einfache HELICOILS von denen mit Schraubenklemmung zu unterscheiden sind, sind sie unterschiedlich eingefärbt: die Screwlock sind rot, die Plus Free Running grün eingefärbt. So können Monteure sie selbst in eingebautem Zustand erkennen.

Alle Bilder © Böllhoff

von Martina Roters

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