Jetlag

Jetlag – Die Macht der Zeit

Tim Takeoff
18.04.2018
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4 Minuten

Jeder kennt sie, die Familie Geissen, bekannt durch ihr Leben in der High-Society und den wilden „Jetset“-Lifestyle. Es klingt wie eine neureiche Erfindung und reine Selbstdarstellung. „Schaut mal, wo wir schon wieder unterwegs sind“.

Doch in der heutigen Zeit, wo Fernreisen schon lange kein Privileg mehr darstellen, lohnt es sich ungemein, sich vor dem nächsten Urlaub oder der anstehenden Dienstreise mit dem Thema Zeitverschiebung genau auseinanderzusetzen. Extreme Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden oder ein allgemeines Unwohlsein sind oftmals Reaktionen des eigenen Biorhythmus, um uns zu signalisieren: „Hey, was treibst du da eigentlich?“.

Jetlag, wie definiert man diesen Begriff eigentlich? Nun, zunächst könnte man sagen, dass jegliche Abweichungen vom heimischen Ablauf der Gewohnheiten zu einer Problematik in Physis und Psyche führen. Es ist eine Verzögerung der menschlichen Anpassung an die tatsächlich erfolgte Verschiebung der Zeit, eben ein „Lag“. Klingt kompliziert? Jeder Deutsche erlebt zweimal im Jahr eine abgeschwächte Form des „Jetlags“, bei der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit. Obwohl es natürlich in Summe nicht stimmt, wurde einem unterbewusst eine Stunde Zeit förmlich geraubt oder geschenkt.

Der Trick ist es, diese innere Uhr ein wenig zu überlisten oder die Effekte so weit wie möglich abzuschwächen. Das bestmögliche gesundheitliche Gleichgewicht steht hier im Vordergrund.

Ost oder West?

Grundsätzlich ist der Mensch nicht dafür gebaut worden, in kurzer Zeit viele Zeitzonen zu überbrücken. Am deutlichsten fällt diese Abweichung natürlich bei fernen Flugreisen ins Gewicht. Die Richtung der Reise spielt dabei eine entscheidende Rolle. Während wir in Deutschland ein Frühstück gegen 8 Uhr morgens gewöhnt sind, würde man in Chicago um 1 Uhr nachts im Bett liegen und noch einige Stunden totschlagen müssen, bis das Frühstücksbüffet des Hotels eröffnet. Liegt man hingegen zu dieser deutschen Zeit in Asien, hat man leider das Mittagessen verpasst. In Hong Kong ist es bereits 14 Uhr.

Wie kommt man besser mit den Zeitunterschieden zurecht? Zunächst gilt es, sich zu entscheiden. Wieviel Zeit verbringe ich vor Ort und zu welchen Zeiten muss ich etwas erledigen? Bin ich auf Sightseeing-Tour im Urlaub, empfiehlt es sich natürlich, eine komplette Zeitumstellung vorzunehmen. Nur so kann man das volle Tageslicht nutzen und quält sich nur zu Anfang. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich der Körper pro Tag etwa um eine Stunde umstellt. Mit der Anpassung von Licht und Dunkelheit sowie den gewohnten Mahlzeiten, lässt sich dieser Prozess beschleunigen. Auch wenn eine krasse sofortige Umstellung oft einem Hammerschlag gleicht, kann es gerade im Urlaub die einzige Möglichkeit darstellen, möglichst schnell in die lokale Zeit zu gelangen.

Kurzer Trip? Stur bleiben mit Plan!

Ist man zeitlich nicht gebunden, ist es auch im Hinblick auf die Rückkehr eine Erleichterung, bei einer Reisezeit unter vier bis fünf Tagen in der deutschen Zeit zu bleiben. Gerade ein kurzer Businesstrip bietet sich dafür an. Gar nicht so einfach, aber mit ein paar Tricks, Planung und Gewissenhaftigkeit gut umzusetzen. Wenn man es konsequent durchzieht, kann dies nämlich bedeuten, über mehrere Tage wenig bis überhaupt kein Sonnenlicht erleben zu dürfen.

Pünktlich zum Essen

Eine große Hilfe ist erst einmal, die genaue Zeit im Überblick zu haben. Eine Armbanduhr mit mehreren, parallel angezeigten Zeitzonen ist ein guter Begleiter. Bereits einige Tage vor der Reise sollte man sich Zeit nehmen und die neue Situation bedenken. Wenn ich in Deutschland zum Mittagessen gehe, ist es in Asien bereits später Abend. Dies sollte man berücksichtigen, wenn man nicht auf einmal nach Ladenschluss am gewünschten Restaurant ankommen möchte. Ein genauer Plan, der „wann mache ich was oder wann muss ich mich um etwas kümmern“ beinhaltet, erweist sich als absolut notwendig. Egal, ob es sich um eine Reservierung, das Taxi oder die letzte U-Bahn handelt, man kann sich schnell in eine unangenehme Situation bringen, wenn man nicht vorausdenkt.

Die Quittung der eigenen „Jetlag-Taktik“ bekommt man meistens erst nach der Rückreise. Kommt man nach einer ausgedehnten Asientour zurück, wird es einem oft keine Problem bereiten, früh ins Bett zu gehen, beziehungsweise ebenso früh aufzustehen. Schwieriger ist es jedoch, wenn man aus den westlichen Zonen zurückkommt und anschließend aus einem „Langschläfer“-Alltag nicht so einfach wieder herauskommt.

In jedem Fall sollte man ausreichend Zeit einplanen, den eigenen Körper nach einer Fernreise regenerieren zu lassen und die innere Uhr langsam und behutsam neu zu stellen. Oder man reist einfach auf der Nord-Süd-Achse, zum Beispiel nach Afrika, um der ganzen Problematik elegant aus dem Weg zu gehen. Denn wer einmal mit großem Jetlag Zuhause angekommen ist und wichtige Dinge erledigen muss, der wird es schnell verfluchen. Das Jetset-Leben ist zwar spannend, aber noch lange nicht so glamourös ist, wie Familie Geissen es uns im TV vorlebt…

Nicht nur die Zeitplanung gehört zu einer gelungenen Reise, sondern auch das optimale Reisegepäck. Wir geben euch Tipps & Tricks, was ihr beim Kauf beachten solltet. 

Titelbild Pixabay – jarmoluk

von Tim Takeoff

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