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Lufthansa Rettung: alle wichtigen Details zusammengefasst

Johanna Koyser
22.05.2020
4 Minuten

Seit Wochen dominiert angesichts der Coronakrise ein Thema ganz besonders die Wirtschaftsnachrichten in Deutschland: die Lufthansa. Denn auch das Flaggschiff der deutschen Luftfahrt blieb von den Auswirkungen der Pandemie nicht unberührt. Schnell wurde deutlich, dass Lufthansa eine Rettung nicht aus eigener Kraft schaffen würde. Dadurch kam eine Beteiligung des deutschen Staates ins Gespräch. Es folgten intensive Debatten über die Vor- und Nachteile einer solchen Beteiligung. Der Wirtschaftsstabilisierungsfond des Bunds möchte nun heute sein Angebot zur Lufthansa Rettung dem DAX-Konzern vorlegen. 

Staatliche Beteiligung von neun Milliarden Euro geplant

Insgesamt plant der deutsche Staat eine Beteiligung am Unternehmen mit Steuergeldern in Höhe von insgesamt neun Milliarden Euro. Auf der einen Seite wird Lufthansa ein Kredit über drei Milliarden Euro bei der staatlichen Bank KfW gewährt, auf der anderen Seite möchte sich Deutschland an der Lufthansa beteiligen. Konkreter soll dies für die Lufthansa Rettung bedeuten: der Staat will sich mit 20 Prozent direkt an Lufthansa beteiligen. Zeitgleich ist eine indirekte Beteiligung über Wandelanleihen geplant, über die der deutsche Staat dann zusätzlich eine Beteiligung von fünf Prozent plus eine Aktie erwerben kann. Insgesamt hätte so der Bund eine Sperrminorität. Hier wird es jedoch spannend.

Kritiker möchten eine Verstaatlichung der Lufthansa verhindern, halten ein Mitspracherecht der deutschen Regierung in den Geschäften der Lufthansa für falsch und gefährlich. Man zieht Vergleiche zu der Verstaatlichung Alitalias und deren Folgen. Der Bund wiederum lässt verlauten, dass es für die Sperrminorität genau einen wichtigen Grund gibt: das Verhindern einer feindlichen Übernahme. Von den passiven Stimmrechten wolle man nur in solchen Fällen Gebrauch machen.

Welche Gegenleistungen für Lufthansa Rettung erwartet werden

Die Gegenleistungen für die Lufthansa Rettung durch den deutschen Staat sind bereits bekannt. Neben dem oben genannten passiven Stimmrechten, sollen zwei Posten im Aufsichtsrat des angeschlagenen Unternehmens vom Wirtschaftsstabilisierungsfond besetzt werden. Des Weiteren sind Beschränkungen der Managerlöhne zu erwarten, wie auch ein Dividendenstopp. Hierbei geht man davon aus, dass bis zur Rückzahlung des Kredites kein Geld an die Aktionäre ausgeschüttet wird.

Ob es zu diesen Konditionen zu einer Lufthansa Rettung kommen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Klar ist, dass die deutsche Regierung ihre Pläne der Lufthansa nun vorlegen wird. Für ein Zustandekommen der Rettung müsste nun erst einmal das Management und der Aufsichtsrat der Lufthansa zustimmen. Zudem der Ausschuss des Wirtschaftsstabilierungsfonds, in dem verschiedenste Vertreter der deutschen Regierung sitzen. Zu guter letzt wäre dann auch die Zustimmung der EU-Kommission nötig. Wie man sieht, gibt es in dieser Kette noch viele Faktoren, die zum Scheitern dieser Lufthansa Rettung führen könnten. Wir vom WingMag bleiben dran und berichten über etwaige Neuigkeiten.

Bild © Tim Dennert

von Johanna Koyser

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