Lufthansa streicht neun von zehn Flügen wegen Coronakrise

Lufthansa streicht radikal Flüge aufgrund des Coronavirus

Cindy Bauernfeind
20.03.2020
2 Minuten

Parkende statt fliegende Flugzeuge – die Coronakrise zwingt Fluggesellschaften dauerhaft zu Boden. Bereits letzte Woche berichteten wir im WingMag darüber, dass die Lufthansa aufgrund des Coronavirus Flüge mit der A380 Flotte pausiert. Nun hat sich die Situation noch weiter verschärft.  Die Lufthansa kündigte an, bis zum 19. April nur noch fünf Prozent der geplanten Flüge stattfinden zu lassen. Im Sommerflugplan des Dax-Konzerns waren 26.000 Flüge wöchentlich geplant. Aufgrund der Epidemie werden nun jedoch neun von zehn Fernverbindungen gestrichen. Nur noch jede fünfte Nah- und Mittelstreckenverbindung innerhalb Europas soll stattfinden.

Die Rückflüge der Touristen würden jedoch weiterhin erfolgen. So konnten letztesWochenende insgesamt 6000 Passagiere mit 20 Flügen in ihre Heimat zurückgeflogen werden. Um Vorkehrungen für weitere Evakuierungsflüge zu treffen, steht die Lufthansa im engen Kontakt mit den jeweiligen Regierungen der Heimatländer. Um die Zukunft der Lufthansa langfristig zu sichern, versucht das Unternehmen nun aber verstärkt, seine finanziellen Ressourcen zusammenzuhalten. Infolgedessen beabsichtigt die Lufthansa für das vergangene Geschäftsjahr keine Dividende an die Aktionäre auszuschütten.

Die Langzeitfolgen des Coronavirus für Geschäftsentwicklungen seien laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr derzeit noch nicht absehbar: „Je länger diese Krise andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden kann.“ Allerdings wird keine Verstaatlichung von Lufthansa angestrebt. Laut dem Luftfahrtkoordinator der Regierung Thomas Jarzombek sind die bisher verabschiedeten Maßnahmen, wie ein ausgeweitetes Kurzarbeitergeld, Liquiditätshilfen und Steuerstundungen, vorerst ausreichend.

Bild © Nick Herasimenka

von Cindy Bauernfeind

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