Marco Brüser - Pilotencomedy

Ein Zauberer, der wirklich fliegen kann …

Charlotte Ebert
25.10.2019
2 Fotos
5 Minuten

Marco Brüser ist ein Allroundtalent. Das Nordlicht ist nicht nur Hubschrauberpilot, sondern auch noch Zauberkünstler, Stand-up Comedian und Moderator. Schon als Kind zauberte Marco unglaublich gerne. Nach einigen Jahren konnte er die se Leidenschaft mit seiner zweiten verbinden: Der Fliegerei.

Heute tourt er entweder mit seinen Witzen durch Deutschland – oder fliegt ganz seriös. Wir sprachen mit ihm darüber, wie sich die zwei unterschiedlichen Jobs vereinen lassen.

Interview mit Comedian, Zauberkünstler und Pilot Marco Brüser

Was war zuerst: Comedy oder Fliegerei? Wie hat sich deine jetzige Berufssituation entwickelt?

Als ich sechs Jahre alt war, lag ein Zauberkasten unterm Weihnachtsbaum und schon nahm das Schicksal seinen Lauf! In der Zauberei habe ich meine Wurzeln. Die Begeisterung fürs Fliegen war ebenfalls früh vorhanden, doch nach Zivildienst, abgebrochenem Studium der Medienwissenschaften und einigen Jahren als Berufspilot und Fluglehrer, setzte sich meine künstlerische Ader intuitiv durch.

Zuvor liefen Comedy, Zauberei und Fliegerei parallel – es wurde zeitlich aber immer enger, alles unter einen Hut zu bekommen.

Was antwortest du, wenn dich jemand nach deinem Beruf fragt?

Kommt drauf an wer fragt. Also die richtige Antwort lautet natürlich: Ich bin Künstler – Comedian, Zauberer und Hubschrauberpilot! Aber wenn eine hübsche Flugbegleiterin fragt, variiere ich mit der Antwort: Äh, ich bin Neurochirurg mit abgeschlossener Kapitalbildung und Feriendomizil in Portugal … oder so ähnlich 😉

Warum schlägt dein Herz fürs Comedy Business?

Ich glaube das ist tief in meiner Persönlichkeit angelegt und Humor ist der Schlüssel zu allem. Ohne Comedy und Lachen macht das Leben doch keinen Spaß!

Was fasziniert dich am Fliegen?

Zum einen, dass es das Fliegen überhaupt gibt! Dann natürlich die Technik, die Bedienung des Fliegers aus dem Cockpit und das Reisen an sich. Schon als Kind habe ich startenden Fliegern hinterher gestaunt und wollte unbedingt ins Cockpit. Auch bei fernen Ländern auf Abflugtafeln springt mein Herz vor Neugier!

Wie sind deine beruflichen Säulen aufgeteilt? Also wie oft fliegst du und wie viel Zeit nehmen Comedy und Zauberei in Anspruch?

Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich für dich aus diesem ungewöhnlichen Mix?

Zum einen ist die Stand-up Pilotencomedy mein künstlerisches Alleinstellungsmerkmal und zum anderen kann ich meine beiden Leidenschaften so optimal miteinander verbinden. Darum geht es mir, denn die Währung in der ich rechne, ist Spaß! Für das Thema Cockpit auf der Comedybühne ist mehr gesellschaftliche Akzeptanz vorhanden, als bei Comedy im Cockpit.

Als Stand-up Comedian machst du Quatsch auf der Bühne, im Cockpit hast du eine ernstzunehmende Verantwortung. Wie schaffst du es, das zu verbinden und als Pilot ernst genommen zu werden?

Das Bild stimmt so nicht ganz. Auch auf der Bühne habe ich ebenfalls eine ernstzunehmende Verantwortung, denn auch hier muss ich starten, in den “Reiseflug“ übergehen und schlussendlich mit sicheren Pointen landen. Oftmals muss dabei situativ reagiert werden und das ohne Checkliste oder SOPs (Standard Operating Procedures). Insofern ist es vielleicht sogar schwerer als im Cockpit.

Wenn ich fliege, rufe ich einfach einen anderen Kompetenzbereich ab. Das geht schon, wir Menschen haben ja viele Talente. Ach und ob ich ernst genommen werde … ich hoffe?!

Warum bist du Hubschrauberpilot geworden? Warum nicht Cargo oder Passagiere transportieren?

Hubschrauber haben mich einfach noch einen Tick mehr angemacht als Flugzeuge. Damit stand die Entscheidung schnell fest!

Was für Flüge machst du als Hubschrauberpilot?

Das Spektrum reicht vom Passagierflug, über Flugausbildung und Checkflügen bis hin zu Krankentransporten.

Dein Programm beinhaltet auch Nummern über Linienflüge. Woher hast du das Wissen?

Als Hubschrauberpilot verhält es sich ähnlich wie mit dem Motorradfahrer. Der lernt auch zunächst alles über PKW und bekommt in der Prüfung dann den Zusatzfragebogen fürs Zweirad.

Der Heli-Pilot muss sich zunächst mit der Flugzeugtheorie auseinandersetzen und bekommt zwangsläufig im Laufe der Zeit ein sehr scharfes Bild von der Arbeit als Airline-Pilot. Außerdem war ich natürlich oft selbst Passagier, saß bereits im Flugzeugcockpit auf dem Jump-Seat und bin selbsternannter deutscher Meister beim Microsoft Flugsimulator!

Was war dein schrägstes Erlebnis als Pilot?

Schräg im Sinne von lustig? Dann ganz klar dieses hier:

Was ist dein Lieblingsfluggerät?

Immer diejenigen, die wieder sicher landen!

Wo auf der Welt trinkst du deinen Lieblingsdrink am liebsten?

Zuhause im Garten oder – egal wo – beim Sonnenuntergang.

Über was kannst du immer lachen?

Intelligente Witze, schwarzer Humor und Donald Trump!

Worüber wunderst du dich manchmal, wenn du in der Pilotenrolle bist?

Wenn du etwas in der Fliegerei ändern könntest – was wäre das?

Die Flugbranche wird in den nächsten Jahren ein massives Imageproblem bekommen, wenn die Emissionen und Umweltbelastungen sich nicht verändern. So unmöglich das klingt, aber die Fliegerei muss sauberer werden, am besten CO2-neutral … aber frag mich nicht wie, ich kann ja nicht zaubern 😉

Womit kann man dich beeindrucken?

Ich mag authentische Menschen, die mit Leidenschaft für etwas brennen. Wenn sie ins Reden kommen, dann nimmt mich das mit. Egal, ob es dabei ums Fliegen, die Comedy oder etwas ganz anderes geht!

Stand-up Comedy ist für dich … ?

… gut gemacht, eine der Königsdisziplinen im Showbusiness! Denn nur mit einem Mikro bewaffnet vor einer großen Menschenmenge zu stehen und das Publikum zu unterhalten, ist wirklich nicht leicht!

Wer inspiriert dich in der Szene des Witzigseins?

Das sind und waren Leute wie Harald Schmidt, Michael Mittermeier, Eckard von Hirschhausen, Atze Schröder, David Copperfield, Louis C.K., …

Vielen Dank für das Interview!

Zum Abschluss noch ein paar Highlights aus Marco’s Show beim Quatsch Comedy Club in Berlin:

von Charlotte Ebert

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