3D-Drucker - Stratasys

Stratasys – Die Zukunft ist gedruckt

Charlotte Ebert
15.04.2019
8 Fotos
5 Minuten

Eine der großen Fragen der Luftfahrtindustrie lautet: Wie kriegen wir den Flieger leichter? Unlängst lautet eine Antwort auf diese Frage: Mit den Ergebnissen von 3D-Druckern. Schicht für Schicht stellen die Drucker dreidimensionale Gegenstände her, die viele Vorteile für die Luftfahrt bringen. „Additive Fertigung“ ist der Fachbegriff und zweifelsohne ist die Technologie eines der wichtigsten zukünftigen Verfahren für die Luftfahrt und andersrum: Beide Industrien profitieren enorm voneinander. Warum das so ist, erfahren wir von Dominik Müller, Strategic Account Manager bei Stratasys. Das amerikanische Unternehmen stellt 3D-Drucker und passende Materialien her.

Was macht Stratasys?

Wir liefern unseren Kunden aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Automobil und Medizin Maschinen und zugehörige Materialien aus einer Hand. Wir sind Hersteller der FDM Technologie – Fused Deposition Modeling (deutsch: Schmelzschichtung). Bei dem Verfahren wird schichtweise Material ausgedruckt. Es ist vergleichbar mit einer Heißklebepistole.

Worauf kommt es beim verwendeten Material an?

Wir verwenden normalen, thermoplastischen Kunststoff, der seit Jahren in der Industrie zum Einsatz kommt. Unsere Materialien müssen Brandschutznormen erfüllen und zertifiziert sein. Gerade dort, wo Personen befördert werden, gibt es andere Normen, die erfüllt werden müssen. Große OEMs nutzen unsere Anlagen vor allem im Interieur: Sie drucken Kabinenteile, Halterungen, Abdeckungen oder Sitzkomponenten. Alle Druckerzeugnisse werden nachbearbeitet, sodass man den Schichtaufbau des Druckes nachher nicht mehr sieht.

Welche Vorteile bringt ein 3D-Drucker mit sich?

Vor allem die schnellen Reaktionszeiten und die Gewichtseinsparung. Die gedruckten Bauteile sind viel leichter. Das geschieht durch die Baustruktur der Einzelteile, die durch Hohlräume geprägt sind. Leichte Bauteil-Komponenten sparen Kerosin und das bei gleicher Festigkeit. Außerdem druckt der 3D-Drucker genau das, was ihm vorgegeben wird. Dadurch bleibt dem Designer viel Freiheit. Man benötigt außerdem kein Spritzgusswerkzeug mehr.

Nehmen wir einmal einen Luftkanal als Beispiel: Bei der traditionellen Art der Herstellung braucht man ein Metallwerkzeug, um die Einzelteile zu verbinden. Mittels FDM ist der Drucker als einziges Werkzeug nötig. Dabei können bis zu einem Kubikmeter große Bauteile hergestellt werden, die man später zusammenklebt.

Auch der Ersatzteilmarkt wird sich verändern. Bei Spritzguss kann es sein, dass das Werkzeug nach 20 Jahren nicht mehr auffindbar ist. Drucken geht ohne Probleme, weil man die Daten hat. Es wird den ganzen Ersatzteilprozess verändern.

Wie viel Gewicht kann man grob geschätzt einsparen?

Eine pauschale Einsparung kann man schlecht angeben. Im Vergleich zu Spritzgussteilen aus Kunststoff kann man Einsparungen bis zu 50 Prozent erreichen, indem man einen Hohlraum in den Bauteilen schafft. 3D-Drucker sind revolutionär.

Sie sind ein amerikanisches Unternehmen. Gibt es Unterschiede zwischen dem europäischen und amerikanischen Markt?

Das Investitionsinteresse wächst auch auf dem europäischen Markt immer mehr. Einen A320 komplett auszustatten: Warum nicht? Es kommen immer mehr Baustücke, die additiv hergestellt werden. Im A350 sind bereits über tausend Teile mittels FDM gedruckt. In fünf Jahren ist 3D-Druck wahrscheinlich state of the art.

Vielen Dank für das Gespräch.

von Charlotte Ebert

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