Der Stoff, aus dem die Helden sind

The right stuff, oder: der Stoff, aus dem die Helden sind

Arnold Fischer
03.04.2018
3 Minuten

Der Film aus dem Jahre 1983 hat eine ganze Generation von Flugbegeisterten inspiriert. Wer als angehender oder junger Pilot in den 80er Jahren diesen Film noch nicht gesehen hatte, der konnte einfach nicht mitreden. Die Handlung des Drei-Stunden-Films: Weitgehend korrekt, pathetisch, aber auch ironisch: Neue Helden braucht das Land! Neue Mythen braucht die Nation!

Der Stoff, aus dem die Helden sind, erzählt die Geschichte der Anfänge der amerikanischen Luft- und Raumfahrt. Vom Durchbrechen der Schallmauer, die ab 1947 durch furchtlose Testpiloten erfolgte und den Traum vom Weltraum erst möglich erscheinen ließ. Bis zum letzten Flug des Mercury-Programms 1963. Der Film gibt einen Eindruck vom Pioniergeist der damaligen Zeit, vom Leben der Piloten und Raumfahrer und ihren Familien. Von den Risiken, die eingegangen und den Anstrengungen, die unternommen wurden, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Chuck Yeager war und ist Synonym und Held dieser Zeit. Er wird als furchtloser Gladiator im Kampf um den Fall der magischen Geschwindigkeit verehrt. Mit mangelhaftem Material und immer an der Schwelle zum Tod. Er durchbrach die Schallmauer als erster. Nach unzähligen Versuchen und mit großem Risiko für Mensch und Maschine.

Vom Schockzustand bis zum Wettlauf gegen die Zeit

In der Wirklichkeit und im Film folgt auf das Knacken der Schallgeschwindigkeit (Mach-1 und Mach-2) das Mercury-Raumfahrtprogramm. 1957 schießt die Sowjetunion den ersten Satelliten in den Orbit und versetzt die USA mit dieser prestigeträchtigen, technischen Meisterleistung in einen regelrechten Schockzustand. Unter Druck und überhastet starten die Amerikaner ihr eigenes Raumfahrtprogramm, denn der erste Mensch im All soll natürlich unbedingt ein Amerikaner sein. Aus den besten Militärpiloten des Landes werden sieben Männer ausgewählt und der amerikanischen Öffentlichkeit als strahlende Helden präsentiert. Monatelang unterziehen sich die Männer unerbittlichen physischen Tests, um zunächst maßlos enttäuscht zu werden: Nach etlichen technischen Pannen schießt die Raumfahrtbehörde NASA einen Affen in den Weltraum.

Die vielleicht wichtigste Zeit der Luft- und Raumfahrt

Die Ausfallquote der Technik und damit leider auch der Piloten hatte ihren Höhepunkt vermutlich in der Zeit, von der dieser Film handelt. Unfassbar viele Piloten starben beim Versuch, unsterblich zu werden. Sie erwiesen der gesamten Luftfahrt- und Raumfahrt dabei einen großen Dienst. Chuck Yeager hat es tatsächlich geschafft, dies alles zu überleben. Nachdem er mit gebrochenen Rippen als erster Mensch die Schallmauer durchbrach, wurde er nach vielen weiteren Rekordversuchen und einem Absturz zur Legende. Er wird heute in einem Atemzug mit den Gebrüdern Wright und Lilienthal genannt. Weil er das fast Unmögliche erreichte. Wer an einem schönen Tag wehmütig in die Luft schaut und sich nach weit oben wünscht, der sollte sich diesen Film ansehen. Ganz gleich ob zum ersten oder zum wiederholten Mal. Mehr über die Ära Überschall erfahrt ihr in diesem Beitrag. 

Titelbild Unsplash – Shaun Darwood

von Arnold Fischer

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