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Viele Flugzeuge brauchen immer noch Disketten

Johanna Koyser
18.08.2020
2 Minuten

Junge Leser werden bei diesem Wort vielleicht stocken: Disketten. Weit vor USB-Sticks und CDs waren sie mit das wichtigste Speichermedium. So gut wie jeder Computer verfügte bis vor einigen Jahren über den charakteristischen Disketten-Schlitz. Heutzutage gilt dieses System aber mehr als überholt. Alleine die Speicherkapazität von maximal 3,5 Megabyte pro Diskette lässt viele schmunzeln. Jedoch gibt es in der Luftfahrt noch einige Flugzeuge, die sich auf diese Technik verlassen.

Viele Boeing 737 und 747 nutzen auch heute noch 3,5 Zoll Disketten und verfügen über ein entsprechendes Laufwerk im Cockpit. Während manche Fluggesellschaften ihre Flugzeuge auf moderne Technik umgestellt haben, sind sie für manch andere unentbehrlich. Denn sie werden eingesetzt um regelmäßig aktuelle Navigationsdaten in das Cockpit zu laden. Daten für Flughäfen, Flugrouten, Landebahnen und einige mehr müssen dafür alle 28 Tage von einem Ingenieur manuell mittels acht Disketten aufgespielt werden. Aber warum verlassen sich viele immer noch auf diese alte Technik? Schaut man sich die Boeing 747 an, ist die Antwort ziemlich offensichtlich. Die Produktion des Jumbo Jets wird recht bald eingestellt und somit lohnt es sich erst gar nicht für diese Modellreihe ein Update vorzunehmen. Des Weiteren bewerten manche die Benutzung von Disketten sicherer, als das Verwenden neuerer Technik. 

Einen interessanten Einblick in dieses System bietet dieses Video, welches ab Minute 7:45 das Diskettenlaufwerk einer Boeing 747-400 zeigt. Dadurch, dass immer mehr Fluggesellschaften ihre 747 ausmustern und auch ältere 737 nicht mehr ewig fliegen werden, sind die Tage der Diskette an Bord jedoch gezählt.

Bild © Fredy Jacob

von Johanna Koyser

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