Notfall Flugzeug Pilot Ausfall Redundanz

Was passiert wenn? – Ein Pilot ausfällt

Tim Takeoff
31.08.2020
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Die Operation moderner Verkehrsflugzeuge ist seit vielen Jahrzehnten nur mit einer mehrköpfigen Besatzung möglich. Doch was passiert, wenn ein Pilot nicht mehr dazu in der Lage ist, seinen Aufgaben nachzugehen?

Zu Beginn des Jet-Zeitalters war es ganz normal, mehrere Crew-Mitglieder im Cockpit zu sehen. Damals gab es sogar neben dem Kapitän und mehreren Copiloten noch den Flugingenieur. Er überwachte die Systeme, damit die Piloten sich auf die Flugführung konzentrieren konnten.

Vom Dreimann- zum Zweimann-Cockpit

Moderne Systeme ersetzen in der heutigen Zeit den damaligen Flugingenieur. Diese können sich größtenteils sogar selbst überwachen. Automatiken gehen sogar soweit, dass einzelne Systeme sich selbst isolieren. Die Reservefunktionen aktivieren sich sogar, ohne das die Piloten etwas davon merken.

Piloten und die Automatik

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Cockpitbesatzung nicht weniger wichtig wäre. Das Berufsbild des Piloten wandelt sich immer mehr von einem Handwerk zu einem reinen Systemoperator. Piloten müssen in allen Bereichen der Fliegerei – Technik, Wetter, Aerodynamik, Luftrecht, Funkverfahren und vielen weiteren Themen – einen großen Wissenspool aufweisen. Zusätzlich müssen sie das konkretes System „ihres“ spezifischen Jets im sogenannten Type Rating erlernen.

Standard Operating Procedures

Jede Airline hat deshalb für den die verschiedenen Flugzeugtypen spezielle Verfahren entwickelt, die sogennanten Standard Operating Procedures, kurz: SOP’s.

Diese SOP’s sehen vor, was sowohl in den Phasen des normalen Fluges, als auch in Notfällen zu tun ist. Natürlich können nicht sämtliche komplexen Notfall-Szenarien durch standardisierte Verfahren abgedeckt werden. Die Piloten stimmen sich immer genau ab, welche Checkliste verwendet werden muss.

Auf Redundanz kommt es an

Notfälle definieren sich dadurch, dass keine Redundanz mehr vorliegt. Fällt beispielsweise ein Pilot aus, kann genau dieser Fall eintreten. Auf Langstreckenflugzeugen sind meist mehrere Piloten an Bord, auf Kurzstreckenflügen jedoch oft nur ein zweiköpfiges Team.

Der Faktor Mensch

Schnelle Hilfe am Boden

Die Flugsicherung kann jederzeit Hilfe am Boden organisieren. Feuerwehr und Krankenwagen befinden sich stets in Reichweite. Benötigt jemand an Bord, egal ob Crew oder Fluggäste, medizinische Hilfe, kann jederzeit eine Notlandung an einem Ausweichflughafen vorgenommen werden. Es wird so koordiniert, dass ein Ärzteteam schnellstmöglich zur hilfsbedürftigen Person gelangen kann, beispielsweise am Gate, auf dem Rollweg oder sogar direkt auf der Landebahn.

Sollte einmal kein naher Flughafen mit ausreichend medizinischer Versorgung zur Verfügung stehen, können sich die Piloten sogar über Satellitentelefon ärztliche Unterstützung geben lassen. Wertvolle Zeit wird an Bord so effektiv wie möglich genutzt, um die Sicherheit über den Wolken jederzeit zu gewährleisten.

von Tim Takeoff

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