Flugradar

Wie funktioniert ein Flugradar?

Tim Takeoff
09.10.2018
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4 Minuten

Inzwischen haben es die meisten Luftfahrt-Interessierten sogar auf dem Smartphone oder Tablet: Das Flugradar. Doch wie funktioniert es eigentlich?

Super praktisch – ein Familienmitglied fliegt in den Urlaub oder ist beruflich unterwegs. Kurz nachgesehen, wo fliegt er oder sie denn gerade? Wann muss ich zum Flughafen zur Abholung? Gibt es eine Verspätung oder wurde der Flug womöglich umgeleitet? Eine spannende Angelegenheit.

Zwei, die sich gut verstehen: Primär- und Sekundärradar

Als primäre technische Einrichtung nutzt man das sogenannte Primärradar. Dieses erkennt bei einer Umdrehung sämtliche Objekte in der Luft, die in irgendeiner Form reflektieren. Neben dem anzuzeigenden Wunschobjekt „Linienflieger“, werden auch kleine Flugzeuge, wie Segelflieger, Vogelschwärme und sogar Windräder erkannt und dargestellt.

Um die angezeigten Ergebnisse zu verbessern, gibt es das sogenannte Sekundärradar. Es liefert deutlich detailliertere Informationen, da es auf Winkel- und Laufzeitberechnung basiert. Jedes in Deutschland zugelassene Verkehrsflugzeug ist dazu verpflichtet, einen Transponder mitzuführen. In einem solchen Transponder ist eine genaue Datenkennung des Flugzeuges hinterlegt. Es werden Datensätze, wie Kennzeichen, Flughöhe, Position, Geschwindigkeit und ein vierstelliger Code ausgestrahlt, der vom Piloten definiert wird. Das Sekundärradar bietet die Möglichkeit, diese Signale zu empfangen und auszuwerten. Es wird wie eine „Maske“ über das Primärradar gelegt und erzeugt ein sehr exaktes Bild.

Flugradar für jedermann – ADS

Für die Frage „Wie funktioniert das Flugradar?“ ist das ADS-B die wichtigste Form. Das „B“ steht in diesem Fall für „Broadcast“, eine Art Rundsendung. Das Signal des Flugzeugs wird ungerichtet circa alle zwei Sekunden ausgestrahlt. Es kann auf der Frequenz 1090 MHz empfangen werden. Hierzu reicht bereits ein kleiner USB-Empfänger aus. Diese „Einfachheit“ nutzen Unternehmen wie „Flightradar24“ oder „Flightaware“ , um eine besonders präzise Darstellung des Luftverkehrs zu erreichen. Der Empfang von ADS-B Daten der Flugzeuge ließ sich zunächst nur in Europa, inzwischen jedoch weltweit empfangen und online darstellen. So ist es mit Einsatz einfachster Hardware der genannten Anbieter für jedermann möglich, ein Flugradar in der Tasche zu haben – als simple App auf dem Smartphone.

Der Vollständigkeit halber, möchte ich auch das ADS-C erwähnen. Bei „C“, handelt es sich um einen festen „Contract“. Eine Art Vertrag zwischen dem Flugzeug und dem Fluglotsen. Spannend bei dieser Variante ist, dass der Fluglotse oder der Pilot des Flugzeugs eine Anfrage auf eine Verbindung stellen kann. Auf diesem Weg kann sich der Fluglotse im Flieger einloggen und sämtliche Daten abrufen, die er benötigt. Auch können Abfragen über sämtliche Routenoptionen getätigt werden. Sehr nützlich ist dies zum Beispiel über dem Atlantik, wo es keine Radarabdeckung gibt.

ADS-B als Kollisionswarnung

Wo es in der Verkehrsfliegerei das Kollisionswarnsystem „TCAS“ gibt, nutzt man in der Kleinfliegerei das Signal der ADS-B Outputs, um eine Kollisionswarnung zu generieren. Dafür werden die Signale zweier sich annähernder Flugzeuge im jeweils anderen Gerät abgeglichen. Bei einem möglichen Zusammenstoß, wird eine optische und akustische Warnung ausgegeben. Die Richtung und Entfernung wird detailliert angezeigt, so dass beide Piloten rechtzeitig reagieren können.

Es besteht jedoch ein großer Nachteil des ADS-B: Flugzeuge ohne Transponder werden nicht auf einem reinen ADS-B „Radarbild“ erkannt. Dies ist auch der Grund, warum nicht alle Flugzeuge (oder auch Hubschrauber und sämtliche andere Arten von Fluggeräten) bei Flightradar24 sichtbar sind.

Die Verfolgung und Regelung des Luftverkehrs wird immer ein spannendes Thema bleiben. Wenn ihr mehr über die moderne Flugnavigation erfahren wollt, schaut euch doch einfach unseren Artikel darüber an!

Bilder – Screenshot Flighradar24 / Pixabay – betexion

von Tim Takeoff

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