Verantwortung von Piloten

Zwischen Alltag und Verantwortung

Tim Takeoff
06.02.2018
2 Fotos
5 Minuten

Betritt man einen Flughafen, erscheint es einem oft wie eine andere Welt. Man kommt aus der Bahn oder dem Parkhaus und plötzlich ist alles darauf ausgerichtet, uns auf möglichst angenehme Art und Weise von A nach B zu bringen. Auf den ersten Blick ein simpler Ablauf. Einchecken, Koffer aufgeben, zum Gate, warten, einsteigen, ankommen. Hinter all diesen Prozessen sind unendlich viele Menschen tätig, um dieses Erlebnis möglich zu machen. Sie alle tragen viel Verantwortung.

Viele Menschen, viel Verantwortung

Bereits lange bevor man selbst das Terminal betritt, taucht man als Reisender in Form von Zahlen bereits in den verschiedensten Dokumenten in den Händen der Mitarbeiter auf, die den anstehenden Flug vorbereiten und auch verantworten müssen. Natürlich muss der richtige Flieger jederzeit zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Als Dispatcher der großen Airlines hat man jeden Tag unzählige Flugbewegungen vorzubereiten und zu koordinieren. Die Crewplaner müssen für eben diesen Flug das richtige Personal bereitstellen und dabei natürlich sämtliche Flugdienst und Ruhezeiten der einzelnen Mitarbeiter berücksichtigen. Techniker am Boden garantieren mit ihrer Unterschrift nicht nur für die Flugtauglichkeit der Maschine, sondern auch für die Sicherheit sämtlicher Insassen. Die Crew nimmt die aktuelle Wetterberatung und die Flugplanung von Dispatch entgegen, prüft sie auf Ungereimtheiten und verlässt sich darauf. Die benötige Treibstoffmenge wird bestimmt und dem Tankwart mitgeteilt, der hierfür ebenfalls mit seinem Namen steht.

Natürlich wäre es ein großes Problem, wenn falsche Mahlzeiten und Getränke an Bord vorhanden wären. Die Mitarbeiter des Caterings arbeiten hierfür im Akkord, um täglich unzählige Nahrungsmittel für den effizienten Gebrauch an Bord zu entwerfen und zuzubereiten. Die Anforderungen an solche Lebensmittel gestalten sich durch den Druckunterschied und die trockene Luft an Bord sehr umfangreich. Vegan, Vegetarisch, Glutenfrei… Alle modernen Nahrungsbarrieren können hierbei natürlich vorab umschifft werden.

Ein ausgeklügeltes System

Alle Passagiere, müssen vor Ort im „Kampf“ durch den Airport geleitet werden. Erst wenn man bewusst darauf achtet, wie man am Ende auf seinem gebuchten Sitzplatz ankommt, fällt einem das ausgeklügelte System eines Flughafens auf, das in der Lage ist, täglich riesige Menschenmasse abzufertigen. Nicht nur die technische Beschilderung führt intuitiv zur korrekten Gepäckaufgabe oder zum Check-In Schalter, sondern auch die Mitarbeiter des Ground Handlings sind dafür verantwortlich, für die Belange der Passagiere auf einem Airport Sorge zu tragen.

Verspätungen, Umbuchungen, Stornierungen oder „verschollene“ Passagiere müssen in das große Ganze eingefädelt werden, um eine gute Balance zwischen Verspätungen und gesundem Menschenverstand herzustellen. Nur weil Familie Meier sich verlaufen oder zu lang im Duty Free aufgehalten hat, wird sie bei den meisten Gesellschaften wegen ein paar Minuten Verspätung nicht zu Beginn ihrer Ferien am Gate sitzen gelassen. Auch dies verantwortet jemand für diese Familie vor der Fluggesellschaft und umgekehrt auch gegenüber den verspäteten Passagieren, wenn der Flieger vor ihrer Nase vom Terminal ablegt.

Die „Luftseite“

Der sogenannte „Ramp Agent“, der außerhalb des Terminals auf dem Rollfeld für alle Abläufe zuständig ist, muss jederzeit einen roten Faden beachten, um die Abfertigung der wartenden Flugzeuge möglichst zügig durchzuführen. Diese erwirtschaften schließlich nur in der Luft Geld. Daher müssen Bodenzeiten so kurz wie nur möglich gehalten werden.

Kofferpacker, Putzpersonal, Tankwart und die Fahrer der Pushback-Trucks oder der Toilettenentsorgung erwarten Anweisungen, wann und wie sie zu arbeiten haben. Nicht zuletzt verlässt sich auch das Bodenpersonal auf den Ramp Agent als wichtige Kontaktperson zwischen ihnen und den Betreibern des Flughafens.

An Bord

Ist Familie Meier nun doch an Bord angekommen, übernehmen die Flugbegleiter die Verantwortung. Im Notfall müssen sie die richtigen Entscheidungen treffen und vorgegebene Verfahren einhalten, damit alle Insassen zum Beispiel nach einer geglückten Notwasserung kurz nach dem Start auf Mallorca sicher und wohl behalten in einem Rettungsboot sitzen, ohne mit bereits aufgeblasener Schwimmweste Probleme beim Aussteigen zu bekommen.

Obwohl in den seltensten Fällen etwas in diesem eng getakteten Netzwerk schiefläuft, stehen trotzdem jederzeit die Kollegen von der Feuerwehr samt Ärzten bereit, um den vielen Menschen im Fall der Fälle ein hohes Maß an Sicherheit zu bieten. Die roten Autos mit dem blauen Licht erscheinen dann plötzlich aus dem Nichts, als hätten sie immer auf diesen Moment gewartet. Doch auch sie wurden aus dem Hintergrund dazu beauftragt, und zwar von den Fluglotsen im Tower oder entlang der Flugroute, die das havarierte Flugzeug jederzeit sachlich und professionell unterstützen. Bis zum Stillstand und in jeder Minute ihres Dienstes. Fehler können hier das erste Loch im Käse bedeuten, das zur Katastrophe führt. Darauf werden sie ihr Leben lang geschult und vorbereitet.

Wenn man sich jetzt vor Augen hält, wie viele Flugbewegungen von all diesen Menschen jeden Tag reibungslos abgewickelt werden, kann man auch dem nächsten Check-In wieder unbesorgt entgegenblicken. Jedes einzelne Glied der Kette gibt dafür jeden Tag sein Bestes.

Nicht zuletzt ist es am Ende immer eine menschliche Hand, die diesen technisch komplexen Vogel aus Metall durch den Himmel führt. Mehr dazu hier …

Bilder © SFS intec GmbH

von Tim Takeoff

Related Posts